Szene aus dem Marien-Leben

Reibungsfläche Reformation

54. Fürther Kirchenmusiktage vom 10. bis 26. November 2017

Termine, Eintrittspreise und Kartenbestellmöglichkeiten finden Sie Sie hier.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Die 54. Fürther Kirchenmusiktage stehen unter dem Motto: „Reibungsfläche Reformation“. Mit spannender Musik in verschiedenen Besetzungen, aus verschiedenen Stilepochen und in verschiedenen Veranstaltungsformaten blicken wir zurück auf das Gedenkjahr 2017 und fragen: Wie klingt „katholische“ oder „evangelische“ Musik? Wie haben sich beide gegenseitig beeinflusst? Und was bedeutet es, sich mit künstlerischer Individualität an der Kirche zu „reiben“?

Für die künstlerische Leitung des Festivals zeichnen Sirka Schwartz-Uppendieck und Ingeborg Schilffarth verantwortlich, in enger ökumenischer Zusammenarbeit mit ihren Kollegen Matthias Hofknecht, Andreas König und Dieter Neuhof.

Herzliche Einladung zur Mitgliedschaft

Hier können Sie das Beitrittsformular des Fürther Kirchenmusikvereins herunterladen.
Als Mitglied besuchen Sie alle unsere Veranstaltungen zum ermäßigten Eintrittspreis - und bekommen bei der Mitgliederversammlung vor Festivalbeginn einen spannenden Einblick in die Entstehung und die thematische Vielfalt unseres Programms.

Grußwort

Liebe Freundinnen und Freunde der Fürther Kirchenmusik!
Vor 500 Jahren und ein paar Tagen rieb sich Luther mit seinen „95 Thesen“ an der Amtskirche seiner Zeit. Es funkte und krachte – und dann wurde sein Reibungswiderstand institutionalisiert. Es entstand eine neue Amtskirche, an der man sich auch wieder reiben kann. Ich finde es gut, dass die beiden Fürther Dekane beim Ökumenischen Gottesdienst (12.11.) selbstkritisch fragen: „Was stört mich an meiner eigenen Kirche?“ – und dass diese Fragestellung im Rahmen eines Kulturfestivals stattfindet. Denn Kultur greift Reibungen, Spannungen, Konflikte auf und macht uns Mut, geschichtsbewusst im „Jetzt und Hier“ zu leben!
In einer Welt, die so bunt und vielseitig ist wie das Programm der „Nacht der Klänge“ (10.11.): von Gospel bis Gregorianik, von A-cappella-Messe bis Jazz-Orgelchoral und Kabarett-Chanson.
In einer Welt, in der Kommunikation und Brückenschläge wichtig sind: Das zeigt sich zum Beispiel in den Konzerten an der Paulsorgel (17.11.) und der Heinrichsorgel ( 24.11.) und beim Cello-Recital (18.11.) – in allen drei Veranstaltungen begegnet der „protestantische“ Barock-Sound von Bach teils romantischen, teils modernen Klangwelten. Oder beim Kinderorgelkonzert (13.11.): Da wird das Leben des jungen Martin Luther in einer katholischen Kirche erzählt – kurzweilig, mit Humor und Biss.
Auch die Chorkonzerte halten einiges an Überraschungen bereit:
So empfingen etwa drei frühe Barockmeister aus dem „Mutterland der Reformation“ – Rosenmüller, Schein und Schütz (25.11.) – ganz prägende Eindrücke im katholischen Italien.
Die Brüder Schubert (19.11.) fanden zwischen dem österreichischen Katholizismus und der geistlichen Lyrik des Lutheraners Matthias Claudius ihren Weg zu künstlerischer Freiheit.
Ein besonders sensibles Verhältnis zum Luthertum hatte Felix Mendelssohn (12.11.): Als evangelisch getaufter Jude vermittelte er in seinem Leben und seiner Musik sehr achtsam zwischen den Religionen.
Und last but not least geben die Kirchenmusiktage einer „bekannten Unbekannten“ der Reformation eine Stimme: Katharina von Bora. Meist steht sie als „Lutherin“ im Schatten ihres Mannes – hier nicht:
Am Martinstag (11.11.) schweigt Martin, und die Schauspielerin Michaela Domes ergreift das Wort im „Katharina.Schatten.Spiel“, einer spannenden fiktiven Handlung mit Live-Hörspielmusik.
Im Abschlusskonzert (26.11.) schlüpft die Opernsängerin Laura Demjan in die Rolle der Katharina: und ihre Aufbruchstimmung, ihre Lust auf Veränderung verbindet sich mit revolutionärer Musik für Klavier und Orchester von Bach, Mozart und Beethoven.
Viel Freude am gemeinsamen Entdecken und Erleben wünscht Ihnen
Ihre
Elisabeth Reichert  
Referentin für Soziales, Jugend und Kultur der Stadt Fürth